Mut entwickeln – Ängste überwinden vom Raja-Yoga-Standpunkt (Geisteskontrolle) aus.

Fangen wir mit den beiden Themen an, die ich euch ja heute Morgen versprochen habe, das war „Angst und Konzentration“ oder „Überwindung von Angst und Konzentration“ und ich will da jetzt nur so ein paar Anregungen geben. Angst ist ein breites Thema. Vom Raja-Yoga-Standpunkt aus können wir Angst überwinden mit eigentlich drei verschiedenen Schritten. Das erste ist, wir lernen, zu entspannen und richtig zu atmen. Zweiter Schritt ist, Mut entwickeln. Und dritter Schritt ist, so genannte Konfrontationstherapie, also das tun, wovor wir Angst haben.

„Überwindung von Angst“. Es gibt im Yoga, um auf dem Weg der Selbstverwirklichung voranzuschreiten, verschiedene Schritte: Mut entwickeln, Bauchatmung…

Ich wollte noch auf eines eingehen und weiter fortsetzen, was ja einige von euch dort angeregt hatten, das ist Überwindung von Angst. Wenn das für euch ein großes Thema ist, will ich euch auch noch ein Buch von Swami Sivananda empfehlen, so ein kleines auch, nennt sich „Überwindung der Furcht“. Das ist wie die Triade der drei Bücher, die es im Deutschen gibt, mit ähnlichem Thema: „Erfolg im Leben und Selbstverwirklichung“, „Kraft der Gedanken“ und „Überwindung der Furcht“ Das sind so drei schöne Bücher zum Thema, die sich auch ein bisschen überlagern oder überlappen, aber auch gut ergänzen. Also,  zur Überwindung der Furcht, ist das eine wichtig, Mut entwickeln. Das werde ich heute Nachmittag etwas weiter ausbauen. Das zweite ist, Atemtechniken und Körperhaltung. Und das dritte – ich nenne es jetzt moderndeutsch – Konfrontationstherapie. Also, es gibt einiges, was wir tun können auch auf mentaler Ebene. Mut entwickeln. Und wir hatten dort ja gestern Abend diese Eigenschaftsmeditation gemacht und mit dieser kann man üben. Die findet ihr übrigens auch auf der CD „Meditationstechniken“, da ist auch die Eigenschaftsmeditation mit drauf oder auch in meinem Buch „Die Yogaweisheit des Patanjali für Menschen von heute“, ist sie auch beschrieben und ich habe sie auch gestern aufgenommen, vielleicht wird es auch irgendwann ins Internet gestellt. Da müsst ihr unsere Newsletter beziehen, wenn sie drin steht, werde ich es euch sagen, dann könnt ihr sie sogar kostenlos irgendwo herunterladen. Und ich werde euch vielleicht auch heute Nachmittag das einfach noch mal auf einem Zettel aufschreiben, dass ihr das auch so mitnehmen könnt. Und die Affirmation vor und nach der Tiefenentspannungen allgemein, „Ich bin mutig. Ich entwickle Mut.“ und beim Aufstehen oder beim Einschlafen. Das hilft, dass dieser Ausdruck des Mutes stärker wird. Über Atemtechnik, Körperhaltung werden wir dann heute Nachmittag sprechen. Konfrontationstherapie heißt, herausfinden, „Wovor habe ich Angst?“ und dann schauen, „Wie könnte ich das denn in kleinen Schritten dort konfrontieren?“ Also, das ist inzwischen auch z.B. bei Phobien etwas ganz Bewährtes, erst die richtige Atmung zu lernen, das ist die Bauchatmung. Das wird durchaus jetzt in der modernen Verhaltenstherapie angewandt und selbst Psychologen anderer Fachrichtung übernehmen das inzwischen. Entspannen lernen, Atmen lernen und dann konfrontieren. Angenommen, jemand hat Angst vor geschlossenen Räumen, den würde man erst in den Sivananda-Saal bringen, mit geschlossenen Türen und dabei entspannen. Vorher konnte er nur bei offenen Fenstern und Türen sein. Der Raum ist groß, es ist nicht so schwer. Dann vielleicht als nächstes in den Saraswati-Raum, der ist ein bisschen kleiner. Und dann irgendwann Aufzug. Und dann vielleicht mit vier Menschen gleichzeitig im Aufzug nach oben. Und das funktioniert schrittweise. Oder angenommen, ihr seid schüchtern, bei eurer Arbeit müsstet ihr aber eigentlich öfters mal größere Vorträge geben. Erste Möglichkeit wäre, wenn ihr in ein Geschäft geht, bittet einfach um Hilfe, anstatt dort eine halbe Stunde durchzutigern und selbst zu finden. Ist nicht so schwierig. Oder wenn ihr auf der Straße seid, bittet darum, dass jemand euch sagt, wie es weitergeht. Und selbst wenn ihr es eigentlich wisst, ihr könnt jemanden fragen, die meisten Menschen geben gerne Auskunft. Und wenn sie das Gefühl haben, sie haben jemandem Auskunft gegeben, dann freuen sie sich, um nach Hause zu gehen. Ich fühle mich immer besser, wenn jemand auf der Straße mich gebeten hat, ich soll ihm mal sagen, wo es hingeht und ich weiß es sogar, dann gehe ich beschwingter als vorher weiter. Man soll es natürlich auch nicht zu sehr missbrauchen, aber das sind so ein paar kleine Dinge und dann spricht man vielleicht in kleineren Gruppen, übt es vielleicht auch vor dem Partner, fünf Minuten eine kleine Rede zu geben und dann vielleicht in einem kleineren Kreis bei Kollegen und irgendwann in einem größeren Kreis. Wie gut das funktioniert, in den letzten Monaten merke ich das bei Hundeerziehung. Wir haben nämlich seit einem halben Jahr einen Hund, der kam aus dem Tierheim, hat vor allem Angst gehabt und insbesondere vor jedem Mann, vor jedem Kind und wenn er in die Nähe von Füßen kam, dann fing er an, am ganzen Körper zu zittern. Und wenn ein Auto vorbeigefahren ist, dann fing er auch an zu zittern, also, er hatte schon sein Problem. Jetzt wäre es falsch gewesen, ihn von allem zu bewahren, es wäre jetzt auch falsch gewesen, mit ihm jetzt als erstes in eine riesengroße Menschmasse hineinzugehen, sondern er hat dann gelernt, Schritt für Schritt immer mehr herangeführt zu werden an größere Menschenmassen. Inzwischen hat er nichts mehr dagegen, mit dem Fuß von mir gestreichelt zu werden, er springt auf meinen Schoß, wenn ich ihm das sage und vor einzelnen Menschen hat er auch keine Angst und letzte Woche ist er sogar mit einem Kind spazieren gegangen. Also, der Hund verliert schrittweise immer mehr Angst. Er wird wahrscheinlich immer ein sensitiver Hund bleiben, vom Temperament ist er eher Vata-Temperament, wer sich mit Ayurveda auskennt. Er guckt immer, wenn irgendwo ein Lärm ist, gehen die Ohren hin. Und da sitzt ein anderer Hund daneben, der langweilt sich einfach nur. Also, Ricky langweilt sich nie, er guckt immer, er ist aufmerksam, aber der Aspekt der Angst, den verlernt er zum einen dadurch, dass er weiß, er ist geborgen, natürlich auch das, und zum anderen wird er immer wieder damit konfrontiert und so wird er immer ruhiger und harmonischer. Das sind also drei Elemente, die ich noch mal heute Nachmittag ansprechen will. Dann will ich noch etwas eingehen auf Konzentration und dann könnt ihr euch auch noch überlegen, worauf ich vielleicht noch besonders eingehe, was euch vielleicht noch gefehlt hat an dem Wochenende, was ihr euch erhofft habt. Und ich werden dann um 12:30 Uhr auch gleich beginnen, was würdet ihr euch noch besonders wünschen, worauf ich eingehe.