Umgang im praktischen Alltag: Das humorvolle zur-Kenntnis-Nehmen der inneren Minister

guckDu musst  nicht immer eine vollständige Ministerkonferenz einberufen, wenn du aus dem Gleichgewicht kommst. Manchmal reicht es aus, einfach einen Minister zu identifizieren, und in der Emotion sein Sprachrohr zu sehen – so bist du nicht mehr identifiziert mit der Emotion, kannst es mehr beobachten – und humorvoll zur Kenntnis nehmen.

Beispiele:

–          dich nervt, wie dich jemand knapp überholt: „Hallo Ordnungsminister, schön dass du da bist“

–          Dich packt das Fieber, andere überholen zu müssen: „Hallo Leistungsminister, dir kann es anscheinend nicht schnell genug gehen“

–          Anstatt dein Buch über die neuen Programmiertechniken durchzuarbeiten, legst du dich auf die Couch und isst Chips. „Hallo, Gemütlichkeitsministerin, was da die Gesundheitsministerin wohl dazu sagt?“

–          Du siehst dein Kind die Hausaufgaben machen und willst ihm gleich helfen. „Hallo Erziehungsminister, lass ihn doch alleine machen“.

–          Du wolltest eigentlich die Wohnung sauber machen, findest dich stattdessen im Park wieder wie du mit deiner besten Freundin plauderst. „Na, Freundschaftsministerin, da hast du dich anscheinend mit der Kreativitätsministerin verbündet“

Erste Fallgeschichten als praktische Anwendung der Minister-Konferenz:

buddha6 Umgang mit Lampenfieber vor Präsentation vor Teammeeting

Du willst eine Präsentation in einem Team-Meeting geben. Du willst dich gut vorbereiten. Du bemerkst, du kannst nicht mehr schlafen, dir schmeckt das Essen nicht, du schimpfst mit deiner Partnerin, dir gelingt es nicht dich zu konzentrieren.

Berufe eine Ministerkonferenz ein. Frage: Ich will mich auf die Präsentation vorbereiten. Wer will mir etwas dazu sagen:

Du hörst: „Das muss richtig gut sein. Hier kommt es wirklich darauf an“. Frage nach: Wer spricht hier? Es ist der Leistungs-Minister, dem es nie gut genug sein kann. Danke dir, du treibst mich an.

Frage weiter: Wer will sich noch dazu melden: „Wenn ich es nicht gut genug mache, dann verliere ich den Job“. Wer spricht hier? Der Vorsichts-Minister. Danke dir. Du triffst für alles Vorsorge.

„Und dann kann ich den Hauskredit nicht mehr abbezahlen“ Aha, der Finanzminister. Toll, du rechnest alles nach.

Wer will noch etwas dazu sagen?

„Es ist doch nur ein Team-Meeting. So schlimm wird es schon nicht werden“. Der Vernunftsminister meldet sich. Danke dir, du Stimme der Vernunft.