Verschiedene Formen von Krisen

Es gibt Krisen, die aus Partnerproblemen kommen. Die kann soweit gehen, dass sie einfach nur eine Beziehungskrise ist, kann aber auch sein, dass Partner einen verlassen hat, sei es, für jemand anderes, sei es, in höhere Welten eingegangen ist. Solche Krisen können entstehen. Arbeitsplatzverlust kann einen in eine persönliche Krise führen. Es kann eine Sinnkrise geben, es kann eine Sadhana-, eine spirituelle Praxiskrise, geben, es kann viele Krisen geben. Und manche Krisen sind eben auch verbunden mit einem bestimmten Trauerprozess und da will ich die kurz aufzeigen, auch wenn ich sage, dass ist jetzt nicht mein Hauptthema hier. Als erstes gibt es die Phase der Leugnung, dann die Phase der widerstreitenden Emotionen oder streitenden Emotionen oder wechselnden Emotionen, kann man auch sagen. Dann gibt es die Phase der Verherrlichung oder Idealisierung und dann folgt die Öffnung. Jetzt dieser Trauerprozess, nehmen wir jetzt z.B., jetzt nicht, dass jemand gestorben ist, obgleich es daran die Kübler-Ross dort genommen hat. Aber angenommen, jemand hat die Kündigung bekommen, kommt erst die Leugnung und er sagt: „Ja, die nehmen die Kündigung noch zurück. Das ist sicher ein Irrtum. Und ich werde noch mal mit meinem Chef sprechen oder ich gehe in die Personalabteilung.“ Das ist dann die Leugnung. Das nächste ist die Phase der hohen Emotionalität, wo Wut ist, Ärger ist, Verlassenheitsgefühl ist und abgrundtiefe Trauer und gleichzeitig vielleicht auch Freude und Befreiung, „jetzt bin ich diesen Job endlich los“ und im nächsten Moment abgrundtiefe Trauer, wiederum im nächsten Wut darauf, „jetzt habe ich mich so viele Jahre dafür eingesetzt und das ist jetzt der Dank dafür“. Also diese starke Emotionalitätsphase gilt als für viele Menschen wichtiger Aspekt des Trauerprozesses.

 

Dann als nächstes kommt dann irgendwann die Verherrlichung oder Idealisierung, „ah, wie toll war doch, was für eine tolle Arbeit hatte ich eigentlich“ und man denkt immer besser daran. Und dann im Zuge dessen kommt irgendwann dann auch die Öffnung für etwas Neues. Oder ähnlich kann es eben auch sein, Kind verlässt das Haus. Bisher war man Mutter und – gut, man ist auch weiter Mutter – bisher hat man die ganze Zeit sich um Kind gekümmert, jetzt zieht er, sie um, um zu studieren oder um mit Freund, Freundin zusammenzuziehen oder auf Weltreise zu gehen. Und dann kommt erst die Leugnung: „Wird schon sehen, was er an mir hatte. Kommt wieder zurück.“ Und nächste Phase ist dann, streitende Emotionen: „Endlich kann ich machen, was ich will. Endlich brauche ich nicht mehr dafür da zu sein.“ Bis zu vielleicht Trauer: „Warum ist er jetzt schon gegangen?“ Bis zu Ärger: „Hätte er nicht in Karlsruhe zur Uni gehen können?“ Oder: „Die hätten doch beide in die Nachbarschaft ziehen können. Was mussten die jetzt nach Hamburg ziehen?“ Von Ärger und Undankbarkeit: „Ich habe mich 18 Jahre lang aufgeopfert und jetzt sind schon zwölf Tage vergangen und noch kein Anruf gewesen, noch nicht mal eine Email. Und selbst in meinem Facebook-Profil kein anstupsen oder sonst irgendetwas.“ Bis wieder: „Jetzt habe ich endlich Zeit für mich.“ Und dann irgendwann Verherrlichung oder Idealisierung, wie schön doch die Familie damals war. Und dann kommen neue Ideen. Es ist jetzt eine idealtypische Betrachtungsweise, eigentlich ist es ein Modell. Und irgendwann gab es so eine empirische Studie, die versucht hat, zu zeigen, stimmt dieses Modell als Phase? Und jetzt ratet mal, was die Studie ergeben hat. Nein. Es ist nicht so, dass tatsächlich die Phasen so verlaufen bei einem wirklich großen Anteil der Menschen. Jetzt stelle ich euch erst das Modell vor und nachher sage ich, hat sich empirisch nicht bestätigt. Dennoch ist es ein hilfreiches Modell. Und so Modelle sind eben hilfreich, man sollte sich nur nicht damit versklaven lassen und vor allen Dingen sollte man nicht denken, „bei mir läuft was falsch, weil es nicht so läuft wie bei dem Modell“. Und zu mir sind durchaus auch schon Menschen gegangen, die irgendjemanden verloren hatten und zutiefst besorgt waren, weil sie keine Phase der starken Emotionalität hatten und gedacht haben, sie unterdrücken irgendetwas, oder wollten von mir wissen, wie sie in die Emotionalität hineinkommen könnten. Und sie haben sich sehr befreit gefühlt… Es gibt natürlich auch Leugnung. Es gibt Leute, die sind traurig. Aber einfach dadurch, dass der Druck weggenommen wurde, dass sie durch diese widerstreitenden Emotionen hindurchgehen mussten, waren sie im Frieden mit sich und den anderen. Aber warum erzähle ich euch das Modell? Ich erzähle es euch deshalb, einfach um zu sagen, es gibt verschiedene psychologische Dinge, die einem helfen können.

– Fortsetzung folgt –

Dieser Blog Eintrag ist natürlich nur als Inspiration gedacht. Um Yoga und insbesondere Raja Yoga richtig zu lernen, ist der Besuch in einer Yogaschule oder in einem Yoga Zentrum am besten geeignet.
Gerade die Yoga Vidya Zentren bieten viel Kurse in Yoga, Meditation, Ayurveda an, sowohl vom standpunkt der Gesundheit aus gesehen als auch für Persönlichkeit und Spiritualität.

 

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