Erste Fallgeschichten als praktische Anwendung der Minister-Konferenz:

buddha6 Umgang mit Lampenfieber vor Präsentation vor Teammeeting

Du willst eine Präsentation in einem Team-Meeting geben. Du willst dich gut vorbereiten. Du bemerkst, du kannst nicht mehr schlafen, dir schmeckt das Essen nicht, du schimpfst mit deiner Partnerin, dir gelingt es nicht dich zu konzentrieren.

Berufe eine Ministerkonferenz ein. Frage: Ich will mich auf die Präsentation vorbereiten. Wer will mir etwas dazu sagen:

Du hörst: „Das muss richtig gut sein. Hier kommt es wirklich darauf an“. Frage nach: Wer spricht hier? Es ist der Leistungs-Minister, dem es nie gut genug sein kann. Danke dir, du treibst mich an.

Frage weiter: Wer will sich noch dazu melden: „Wenn ich es nicht gut genug mache, dann verliere ich den Job“. Wer spricht hier? Der Vorsichts-Minister. Danke dir. Du triffst für alles Vorsorge.

„Und dann kann ich den Hauskredit nicht mehr abbezahlen“ Aha, der Finanzminister. Toll, du rechnest alles nach.

Wer will noch etwas dazu sagen?

„Es ist doch nur ein Team-Meeting. So schlimm wird es schon nicht werden“. Der Vernunftsminister meldet sich. Danke dir, du Stimme der Vernunft.

„Da könnte man doch mal was Neues ausprobieren“ – Danke, Kreativitätsministerin.

„Erst sollte ich mal einen freien Tag machen – dann geht doch alles viel besser“. Gemütlichkeitsminister, vielleicht hast du da recht.

„Ja, aber am Sonntagnachmittag wird sich vorbereitet“ –  das ist vermutlich eine gute Idee, Ordnungsminister.

Umgang mit Niedergeschlagenheit nach Misserfolg

Du hast dich für etwas engagiert, es ging schief, du bist niedergeschlagen. Eigentlich ohne wirklichen Grund. Denn so wichtig war es doch nicht. Du fragst dich; Warum berührt mich eine Lappalie so stark?

Frage deine Minister:

„wer von euch hat etwas zu dem zu sagen, was schief gegangen ist?“

„So hätte man es nicht machen dürfen. Habe ich doch gleich gesagt“. Aha, hallo Ordnungsminister. Wie hätte man es denn tun sollen?

„Jetzt ist es eh zu spät“…

Wer will noch etwas dazu sagen?

„Wenn das so weitergeht, geht der Job verloren“. Danke Vorsichts-Minister. Du spielst immer so wunderbare Szenarien durch.

„Ist doch toll. Jetzt kann man endlich mal etwas anderes probieren“. Na. Kreativitätsministerin, willst du jetzt zu Höchstform auflaufen?

„Hängt euch doch nicht so sehr am Äußeren auf. Alles was einen Anfang hat, hat doch auch ein Ende. Und wir sind um eine Erfahrung reifer geworden“ – Danke, Ministerin für spirituelle Weiterentwicklung.

Ärger und Frustration nach Kritik

Jemand kritisiert dich. Du wehrst dich und bist über die Heftigkeit deines Gefühlsausbruchs überrascht. Gleich danach machst du dir ein schlechtes Gewissen und bedauerst das.

Frage deine Minister:

Was war denn da eben los?

„Dieser Doofkopf, der soll mal seinen Mund halten“. Wer bist du denn? Ordnungsminister, Verteidigungsminister – oder habe ich plötzlich einen Kriegsminister?

„Dem gehört mal ordentlich der Kopf gewaschen“ – Aha, der Erziehungsminister – du meinst, du kannst ihm in seiner Weiterentwicklung helfen?

„Ich hätte so nicht reagieren dürfen – was der jetzt von mir denkt“ – Hallo Vorsichtsminister – schön dich zu hören.

„Er hatte doch sicher nur einen schlimmen Tag. Ich habe schon bemerkt, dass ihm der Ehering fehlt“. Oh, Fürsorge-Ministerin, was du alles bemerkst.

„Ich finde. Ihr sollt euch nicht so anstellen. Hauptsache, wir hatten unseren Spaß“ Spaß – Frau Kreativitäts-Ministerin? „Ja, hast du nicht bermerkt, dass er das Hemd falsch zugeknöpft hatte?“

„Ist doch alles nicht so schlimm. Man kann sich doch mal aufregen“. Stimmt, Vernunfts-Minister“.

„Ich will aber spirituelle Weiterentwicklung – da sollte man lernen sich nicht so aufzuregen“ . Ja, Ministerin für Spiritualität, deshalb berufe ich ja die Ministerkonferenz ein…

Auseinandersetzung mit deinem Partner, wer den Müll nach unten trägt

Es gibt eine dieser Partnerschaftsgespräche, vor denen dich graut. Du bist schon gelähmt vorher. Du weißt, es wird schwierig. Partner: Ich finde du solltest den Müll runter tragen. Du sagst: Ich tu ja schon mehr als du. Partner: Ich habe keine Zeit.

Ein Wort gibt das andere. Ihr keift euch an. Wütend geht ihr wieder auseinander. Du bist wütend gegen deinen Partner, wütend gegen dich selbst. Du kannst keinen klaren Gedanken mehr fassen. Du überlegst, deinen Zorn in Schokolade zuzuschütten oder in Alkohol zu ertränken.

Berufe stattdessen eine Ministerkonferenz ein.

„Hallo, wer will mir mit diesem Ärger etwas sagen?“

„Das war unfair. Ich mache sowieso schon zuviel“. Aha, Gerechtigkeitsminister, danke für dein Input.

„Außerdem habe ich mich gerade auf ein paar Stunden Ruhe gefreut“. Danke, Gemütlichkeitsminister. Es ist wichtig, sich auszuruhen.

„Wer weiß, ob sie dich noch liebt“. Hallo Vorsichs-Minister – diese Befürchtungen hast du also.

„Ja, und was soll aus den Kindern werden“. Ok, Erziehungsministerin, die Kinder sind hier auch wichtig.

„Was soll’s, das kriege ich doch hin“. Danke, Leistungsminister.

„Aber wir sollten uns nicht übervorteilen lassen“. Ok, Ordnungsminister.

„Lauf ihr hinterher und nimm sie in den Arm und sage ihr, dass du sie liebst“. Meinst du das ist die Lösung, Fürsorgeministerin – oder bist du die Partnerschaftsministerin?

„Definitiv, so sollte man mit Frauen umgehen. Und die Partnerschaft ist nun mal wichtig“ Aha, Vernunftsminister – wenn du dich mit der Fürsorgeministerin verbündest.

„Aber…“ Sei mal ruhig, Ordnungsminister…

Dies ist die Podcastreihe.  Ausgabe des Yoga Vidya Gelassenheitspodcasts von und mit Sukadev Bretz, dem Podcast rund um das Thema Gelassenheit.

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