In einer Partnerschaft zu leben, ist etwas, was Teil des spirituellen Weges ist
Ich kann noch heute von meiner Mutter lernen und manchmal natĂŒrlich gebe ich ihr auch Hinweise. Sie hat ja auch irgendwo einiges von mir gelernt, hat mal Yoga gemacht und meditiert und ist vegetarisch geworden. Und so nimmt sie auch von mir die diversesten RatschlĂ€ge an. Also, es gilt, dort eine gewisse Losgelassenheit dort zu haben und manchmal eben auch gerade zu sehen, dass Menschen, die einem lieb sind, ins eigene Verderben kommen, ins eigene Leid. Man meint, man wĂŒsste doch eigentlich, wie sie es besser machen könnten. Auch andere mĂŒssen ihre Erfahrungen machen und dazu gehört manchmal auch, dass sie ins eigene Verderben gehen. Dann haben sie es nicht falsch gemacht, man hat auch als Erzieher nicht versagt, sondern da hat sich eben ein menschliches Drama entwickelt und das gehört dazu. Und da ist dann auch wieder das Loslassen mit das Schwierigste, seine Liebsten auch da loszulassen. Nicht ganz loslassen, man kann auch schauen: âKann man helfen? Wo kann man helfen?â Aber nicht immer geht es. Also, mit dieser höheren Einstellung kann man sowohl den Alltag einen guten Sinn geben, man kann aber auch Schwierigkeiten und Krisen einen Sinn geben. Das Gleiche könnte man machen, Beziehungskrise oder Partnerkrise oder Partner stirbt, Partner verlĂ€sst einen. Bei all dem sind spirituelle Lektionen dabei. Eine Partnerschaft zu leben, ist etwas, was Teil des spirituellen Weges ist. Zusammen lernt man, auf manches muss man verzichten, wenn man mit einem Partner zusammen ist. Man lernt, loszulassen, man lernt auch, miteinander zu wachsen, dazu gehört auch Selbstbild, Fremdbild zu Ă€ndern, auch zu erkennen, auch Partner entwickelt sich, und nicht so, wie man am Anfang gehofft hat, dass er sich entwickelt. Das ist ja manchmal so ein Problem. Zwei Menschen treffen sich, dann gibt es erst eine Wahrnehmungsverschiebung. Das heiĂt, sie sehen doppelt so viel Ăhnlichkeiten, wie sie haben. Und dann denkt man: âZu achtzig Prozent ist es ok, die anderen zwanzig kriege ich noch hin.â Und zwar die zwanzig vom anderen natĂŒrlich. âDer kommt noch irgendwo zu seiner Besinnung.â Und dann nach einer Weile, es gibt irgendwelche Hormone, die sich dabei ja verĂ€ndern. Irgendwo nach ein paar Jahren Ă€ndern die sich so ein bisschen, dann sieht man, man ist doch anders, als man denkt, und der Partner widersteht den Versuchen, ihn zu Ă€ndern. In all dem sind spirituelle Lektionen und daran können wir wachsen, daran kann man lernen. Man kann lernen, auch bestimmte FĂ€higkeiten und KrĂ€fte zu entfalten. Manchmal muss Mann, vielleicht noch mehr Frau, sich auch durchsetzen und es vielleicht auf eine Weise machen, wie es auch gelingt. Idealerweise helfen Partner sich gegenseitig, ihre FĂ€higkeiten dort zu entfalten und einem Mut zu geben, den nĂ€chsten Schritt zu machen. Da bin ich z.B. meiner Frau immer dankbar. Wann immer ich irgendwo vor einem Schritt stehe und irgendwo vielleicht selbst ein bisschen denke: âBin ich dazu bereit? Geht das ĂŒberhaupt?â Und dann ermutigt sie mich immer. Also, sie ist so eine, die mir immer die Kraft gibt, so den nĂ€chsten Schritt auch zu machen. Ich bin manchmal etwas weniger geschickt, sie dazu zu bringen, aber vermutlich auch mehr, als man so denkt. Also, wir ermutigen uns gegenseitig, durchaus unsere FĂ€higkeiten und Talente zu entwickeln und wirklich zu leben und dann, bei Zweifeln, dort irgendwo weiter voranzuschreiten. Eine Partnerschaft kann so sein, muss aber auch nicht sein. Es gibt auch Partnerschaften, die sind darin, dass ein Partner den anderen immer bremst. Das gibt es auch. Das heiĂt nicht, dass ihr deshalb euren Partner verlassen mĂŒsst, sondern da habt ihr eine zusĂ€tzliche Gelegenheit, eure KrĂ€fte zu entfalten. NĂ€mlich auch, durch die WiderstĂ€nde eures Partners hindurchzugehen. Auch das ist eine Kraft. Auch dort gibt es die verschiedenen Erfahrungen, auch dort gibt es jemanden, dem man dienen kann, und vielleicht auch, wo man sich gegenseitig auch ermutigen kann, dort zu dienen und zu helfen. So wie mein Vater meine Mutter ermutigt hatte, sich im Elternbeirat und im Roten Kreuz und in anderen Vereinen zu engagieren und umgekehrt meine Mutter immer wieder meinen Vater irgendwo ermutigt hat, Spenden zu geben und sich fĂŒr irgendwelche gemeinnĂŒtzigen Zwecke einzusetzen. Die beiden haben sich dort immer gegenseitig unterstĂŒtzt. Und sollte das nicht so sein, dass euer Partner euch in so was unterstĂŒtzt, dann habt ihr sowohl die Möglichkeit, KrĂ€fte zu entfalten, loszulassen, geschickt zu handeln, Erfahrungen zu machen, eure eigenen Vorstellungen zwischendurch mal loszulassen und dabei dennoch anderen zu dienen. Also ihr seht, diese Sinnkontexte können einem in allem helfen. Und es kann einem auch dann helfen, wenn irgendwann die Partnerschaft zu Ende ist, z.B. wenn einer stirbt. Man hört so oft, dass immer mehr Ehen geschieden werden. Was man weniger hört, mehr als die HĂ€lfte der Ehen halten bis zum Tod eines Partners. Das ist in Deutschland auch weiter so. Aber spĂ€testens dann ist dann einer allein. Gut, auch daran kann man dann weiter einen Sinn sehen. Ich gehe jetzt nicht durch alles durch, aber auch hier könnt ihr dort selbst noch mal schauen. Und so ist es mit Arbeit und auch Arbeitsplatzverlust. So ist es auch, wenn von innen heraus eine Sinnkrise kommt, ohne dass ein Ă€uĂerer Anlass ist. Passiert ja auch. Ich habe es ja auch schon mehrmals erwĂ€hnt. Von innen heraus kommt plötzlich so ein GefĂŒhl. Schwieriger wird es – hatte ich ja am Anfang auch gesagt, bevor ich jetzt noch mal in die Details gegangen bin – der Sinn selbst in die Krise kommt. Und der Sinn muss eigentlich zwangslĂ€ufig in die Krise kommen, wenn man einen Sinn im Leben hat, der beschrĂ€nkt ist und durch Ă€uĂere oder innere Ereignisse erschĂŒttert werden kann.
– Fortsetzung folgt –
Dieser Blog Eintrag ist natĂŒrlich nur als Inspiration gedacht. Um Yoga und insbesondere Raja Yoga richtig zu lernen, ist der Besuch in einer Yogaschule oder in einem Yoga Zentrum am besten geeignet.
Gerade die Yoga Vidya Zentren bieten viel Kurse in Yoga, Meditation, Ayurveda an, sowohl vom standpunkt der Gesundheit aus gesehen als auch fĂŒr Persönlichkeit und SpiritualitĂ€t.
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