Pranayama – Atemübungen für einen gelassenen Geist

Pranayama heißt Herrschaft über das Prana oder auch Steuerung  des Prana. Prana heißt Lebensenergie. Ayama heißt Steuerung, Kontrolle, Meisterschaft. Für Gelassenheit im Alltag ist ein gutes, machtvolles Prana eine große Hilfe. Unruhe des Geistes geht einher mit Unruhe der Lebensenergie. Wenn der Geist ruhig wird, ist auch die Lebensenergie ruhig. Umgekehrt, wenn du die Lebensenergie harmonisierst, wird auch der Geist ruhig. Bist du wegen etwas bedrückt, sinkt auch dein spürbares Energieniveau. Und wenn du dein Energieniveau hebst, hebt sich auch deine Stimmung. So hängen Gemütszustand mit dem Energieniveau zusammen. Und oft ist es leichter, auf das Prana einzuwirken als auf den Geist. Denn oft identifizierst du dich mit deinem Gemütszustand. Du lernst zwar in dieser Podcastserie, dich aus dieser Identifikation etwas zu lösen – manchmal ist das dennoch nicht so einfach. Es fällt manchmal leichter, dein Prana zu ändern. Und wie änderst du dein Prana, deinen Energiezustand? Dazu gibt es eine Reihe von Möglichkeiten. Die Wissenschaft, auf deine  Energien Einfluss zu nehmen, nennt sich Kundalini Yoga, der Yoga   der Energie. Der vielleicht wichtigste Teil des Kundalini Yoga ist Hatha Yoga, der Yoga der Körperarbeit. Im Hatha Yoga machst du Körperübungen, die direkt auf dein Energieniveau wirken. Im Hatha Yoga gibt es drei Hauptgruppen von Übungen: Asanas, Pranayama und Tiefenentspannung. In den letzten Podcasts hast du einiges gelernt über Asanas – und vielleicht hast du ja die Asanas regelmäßig praktiziert. Im Rahmen der Reihe Ayurveda für Gelassenheit innerhalb dieses Gelassenheits-Podcasts hast du ja schon eine Menge von Atemübungen ausprobieren können. Hier lernst du nochmals die wichtigsten Atemübungen kennen, welche eine gute Grundlage sind für den Alltag. Wie bei den Asanas lernst du in jeder Hörsendung ein Pranayama kennen und kannst dann ein paar Tage lang diese Atemübung praktizieren. Und am Ende bekommst du die Anleitung für eine ganze Pranayama Übungspraxis.

Heute schon mal eine einfache Übung: Die tiefe Bauchatmung. Auf diese Atemtechnik habe ich dich ja schon immer wieder hingewiesen. Praktiziere sie jetzt – und immer wieder am Tag.

 

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Übungsanleitung: 15-20 Minuten Asanas

Inzwischen bist du vertraut mit den Bestandteilen dieser kurzen Übungsfolge. In dieser Hörsendung leite ich dich an zu einer Yoga  Übungsfolge bestehend aus Sonnengruß, Hund, Vorwärtsbeuge, Kobra, Drehsitz, Baum, Tiefenentspannung.

Wenn du mal für dich selbst üben willst, hier die Übungsfolge:

–          Ruhiges Stehen, 3-5 Atemzüge lang

–          6-8 Runden Sonnengruß (3-4 Doppelrunden)

–          Hund – 10 Atemzüge lang

–          Vorwärtsbeuge – 10 Atemzüge lang

–          Kobra – 10 Atemzüge lang

–          Drehsitz – auf jeder Seite 10 Atemzüge lang

–          Einbeinstand – auf jeder Seite 10 Atemzüge lang

–          Liegende Tiefenentspannung 5-10 Minuten lang

 

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Einfacher Sonnengruß – Übungsanleitung ohne Erläuterungen

Nochmals das ganze Sonnengebet – aber ohne Vorrede – gleich im richtigen Rhythmus. Zum Mitüben. 8 Runden des einfachen Sonnengrußes, Surya Namaskar. Im richtigen Atemrhythmus. Um morgens früh in die Gänge zu kommen, am Tag neue Energie zu erhalten, oder nach einem anstrengenden Tag wieder fit für den Abend zu werden. Bitte beachte: Da bei dieser Übungsanleitung keine Erläuterungen gegeben werden, solltest du entweder mit dem Sonnengruß schon vertraut sein, oder die vorige Podcastsendung mitgeübt haben oder Abbildungen der Sonnengruß Stellungen vor dir bereit haben.

 

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Einfacher Sonnengruß

SuryaNamaskarMittelstufe Sonnengruß Sonne SuryaDer Sonnengruß ist eine dynamische Übung. Er besteht aus 12 Bewegungen, mit der alle Teile des Körpers gedehnt und gestärkt werden. Der Kreislauf wird aktiviert, die Lungen belüftet. Alle Organe bekommen eine gute Massage. Die Chakras, die Energiezentren werden geöffnet. Du fühlst dich nach ein paar Runden Sonnengruß voller Kraft und Energie – bereit für neue Aufgaben. Sonnengruß kann dir auch helfen, wenn du dich über etwas geärgert hast  – die Ärger-Energie wird sofort transformiert. Und du kommst in neuen Schwung, wenn du merkst, dass du etwas lethargisch geworden bist. Sonnengruß ist gut als tägliche Übung. Sonnengruß ist auch gut als Übung zwischendurch.

Achte darauf, dass du Platz für den Sonnengruß hast: Du brauchst eine freie Fläche von etwa 2 Metern Länge und 1 Meter Breite. Du kannst den Sonnengruß auf einer Yogamatte, auf einem Handtuch, einer Iso-Matte – oder auch direkt auf dem Teppich oder einem trockenen Rasen machen.

Sonnengruß Video

Übrigens: Wenn du mal mehr zu einem bestimmten Yoga Begriff wissen willst, schaue doch nach im Yoga Glossar. Du findest das Yoga Glossar im Yoga Wiki – umfassende Übersicht über alle wichtigen Yoga Begriffe.

 

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Tiefentspannung im Sitzen

Eine Tiefenentspannung im Sitzen. Für zwischendurch, auch z.B. am Arbeitsplatz, im Zug, im Flugzeug. Oder auch auf einem Rastplatz im Auto. 8 Minuten Kurzurlaub.

Sukadev leitet dich durch die Schritte: Eine Sitzhaltung finden. Anspannen – Loslassen aller Muskeln. Spüren der Körperteile und Autosuggestion. Visualisierung. Stille. Aus der Entspannung kommen, Affirmation. Du kannst die Tiefenentspannung üben in verschiedenen Sitzhaltungen: Angelehnt auf einem Stuhl, einem Sessel einer Couch. Du kannst die Unterarme auf deinen Oberschenkeln abstützen (Droschkenkutscherhaltung). Oder du kannst die beiden Hände übereinander auf den Schreibtisch legen und deine Stirn darauf ausRuhen.

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Kurze Tiefenentspannung

Eine Tiefenentspannung in der Rückenlage. Für neue Kraft und Energie. Du kannst Tiefenentspannung ein Mal am Tag üben. Du kannst dich so regenerieren. Du kannst die Tiefenentspannung in der Mittagspause ausprobieren. Du kannst nach der Arbeit dich mit der Tiefenentspannung mit neuer Kraft aufladen. Und du kannst auch die Tiefenentspannung vor dem Einschlafen üben- um so besser schlafen zu können. Tiefenentspannung eignet sich auch, wenn du nachts aufwachst und nicht so leicht wieder einschläfst.

 

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Drehsitz

Narayani-DrehsitzDer Drehsitz, Ardha Matsyendrasana, ist eine Asana, ein Yogastellung, für die Flexibilität der Wirbelsäule und des Geistes. Drehsitz hilft zur inneren Festigkeit, aktiviert Agni, das Verdauungsfeuer, und hilft dir, dich den Menschen zuzuwenden. Der Drehsitz verhilft dir zum Gefühl, dass dir der Rücken gestärkt wird. Der Drehsitz aktiviert die Chakras entlang der Wirbelsäule. Wenn das Prana hoch strömt zum höchsten Chakra, zum Scheitelchakra, fühlst du dich verbunden mit der Himmelskraft, dem Göttlichen. Drehsitz gilt auch als Stellung des Meisters Matsyendra : Wirbelsäule aufgerichtet – feste Prinzipien, Rückgrat. Drehung – Zuwendung zu den Menschen, Flexibilität in der Reaktion auf unterschiedliche Umstände und Bereitschaft einiges ausprobieren. Kopf nach oben zum Himmel  – hohe Ideale, Verbundenheit mit dem Göttlichen.

Am Ende: Einen Moment sitzen bleiben

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Kobra – Asana für Gelassenheit

Königs-KobraKobra, Bhujangasana, ist eine Asana, Yogastellung, welche die Rückenmuskeln stärkt. Kobra ist eine machtvolle Rückbeuge, welche das Herz öffnet, und Spannungen in der Brust löst. Die Kobra ist auch ein Sinnbild für den spirituellen Weg: Mit allen vieren auf der Erde, das Herz offen für alle Mitgeschöpfe, den Geist geöffnet zur Himmelskraft, zum Göttlichen, zur Inspiration. Die Kobra ist gut gegen Rückenprobleme, gut für die Verdauungsorgane und die Organe der Frau. Die Kobra gehört zu den Übungen, die du einzeln üben kannst, auch separat von einer normalen Yoga  Routine. Und sie ist natürlich eine wichtige Übung fast jeder Yoga Reihe.

Kobra Video

Nach der Kobra Stellung des Kindes als Gegenstellung

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Bahnbrechende Studie

Zunächst aber ein paar Beispiele von Studien. In Deutschland gab es so eine bahnbrechende Studie 1993, das war die Studie, die Yoga in die Krankenkassenfinanzierung zurück gebracht hat. Natürlich, 1993 ist schon eine Weile her, inzwischen gibt es eine ganze Menge von neuen Studien, aber das ist immer noch eine sehr gut dokumentierte, oft zitierte Studie und eben gerade auch für das, weshalb die Menschen zum Yoga kommen, eine besonders aussagekräftige Studie. Es war eine Studie, die geleitet wurde von Martina Blei, von der freien Universität Berlin, finanziert von der Barmer Ersatzkasse und mehreren Betriebskrankenkassen und da ging es um die Wirkung von Yoga bei Schlafstörungen, chronischem Kopfschmerzsyndrom, Hypertonie und chronischen Lumbalsyndrom. Wisst ihr, was Hypertonie ist? Bluthochdruck. Und was ist chronisches Lumbalsyndrom? Rückenschmerzen im unteren Rücken. Klingt aber vornehmer, chronisches Lumbalsyndrom. Und vermutlich, wenn Menschen aus Krankheitsgründen in die Yogastunden kommen, das wird vermutlich die wichtigsten Dinge umfassen. Menschen haben Schwierigkeiten zu schlafen, Menschen haben Kopfschmerzen, Menschen haben Bluthochdruck und Menschen haben Probleme im unteren Rücken und hier kann man mit gutem Gewissen sagen, ja, Yoga wirkt dort sehr gut.

Man hat das praktisch so gemacht, man hat die Yogateilnehmer in acht Gruppen eingeteilt. Es gab eine Kreuzschmerzgruppe, eine Kopfschmerzgruppe, eine Schlafgruppe und eine Bluthochdruckgruppe und jede dieser Gruppen wurde in zwei eingeteilt. Die eine hat Yoga gemacht und die andere Hälfte hat kein Yoga gemacht. Also, einfacher Versuchsaufbau. Und dann hat man eben festgestellt, wie entwickeln die sich und zwar nach vier Wochen und nach vier Monaten.

– Fortsetzung folgt –

Dieser Ashtanga Yoga  Blog-Eintrag ist ein Auszug aus einer unbearbeiteten Niederschrift aus einer Weiterbildung für Yogalehrer bei Yoga Vidya Bad Meinberg.  Der Seminarleiter war  Sukadev Bretz . Du findest viele Vorträge von Sukadev auch als Yoga und Meditation Video

Schmerzintensität über die

Wissenschaftliche Forschung und Yoga

Wissenschaftliche Forschung und Yoga

In dieser Woche werdet ihr in den Nachmittagsvorträgen vieles hören über schulmedizinische Erklärungsmodelle vom Yoga und auch, was man vielleicht noch machen kann, dass die Yogastunden so beschaffen sind, dass sie noch besser wirken, eben insbesondere vom schulmedizinischen Standpunkt aus. Wir werden dazu heute zunächst ein paar Studien anschauen. Es gibt inzwischen ja mehrere Tausend Studien, die zeigen, Yoga wirkt. Es gab ja, ich glaube vor einem Jahr, so einen Artikel im Focus als Titelgeschichte, „Yoga wirkt.“ Da wurden alle möglichen Studien auch vorgestellt und einige Experten interviewt. Man weiß heute, Yoga hilft, Krankheiten zu heilen, Yoga hilft, dass Krankheiten gar nicht erst entstehen, Yoga hilft, dass Menschen gesund sind und wenn sie gesund sind, dass sie sich noch gesünder fühlen. Es gibt dazu eben sehr viele Studien und da will ich jetzt so ein paar gleich vorstellen, dafür haben wir ein paar Folien, dazu gibt es auch dieses Handout „Yoga im Spiegel der Wissenschaft“ und es gibt dann auch ein kleines Heftchen, das ihr auch in der Boutique bekommen könnt. Kleines Heftchen, das nennt sich auch „Yoga im Spiegel der Wissenschaft“, herausgegeben vom BDY, da sind so einige Studien erwähnt oder auch, wer auf unsere Internetseite geht und dort in unsere seiteneigene Suchmaschine „wissenschaftliche Studien“ reintippt, der findet da eine Menge von Studien und noch mehr Internetseiten, sodass ihr also sehr vieles sehen könnt, wie Yoga wirkt. Danach will ich auf einige schulmedizinische Erklärungsmodelle eingehen, die es gibt, warum Yoga wirkt und danach werden wir diese schulmedizinischen Erklärungsmodelle in den 14:00 Uhr Vorträgen während dieser Woche weiter ausbauen und dabei auch noch weitere Rückschlüsse ziehen, wie man eben darauf noch mehr Rücksicht nehmen kann, dass Yoga noch besser wirkt. Das ist also so in etwa das Konzept dieser 14:00 Uhr Vorträge während dieser Weiterbildung. Wir werden aber zwischendurch auf andere Erklärungsmodelle auch eingehen. Es gibt eben nicht nur schulmedizinische Erklärungsmodelle, sondern natürlich auch Ayurvedaerklärungsmodell, Kundalini-Yoga-Erklärungsmodell und Raja-Yoga-Erklärungsmodell, wie Yoga wirkt.

– Fortsetzung folgt –

Dieser Ashtanga Yoga Blog-Eintrag ist ein Auszug aus einer unbearbeiteten Niederschrift aus einer Weiterbildung für Yogalehrer bei Yoga Vidya Bad Meinberg.  Der Seminarleiter war  Sukadev Bretz . Du findest viele Vorträge von Sukadev auch als Yoga und Meditation Video

Ein Yoga Meister sollte alle Kriterien der Vollkommenheit erfüllen

Daher ist es gut, seinem Leben einen tieferen Sinn zu geben. Und da sind natürlich die guten Hilfen, spirituelle Bücher zu lesen, hier in den Satsang zu gehen, zu Vorträgen von spirituellen Meistern zu gehen, über Gott zu lesen usw. Denn diese tiefe spirituelle Verankerung, die gibt dem Leben einen Sinn, vor dessen Hintergrund jede Krise ihren Sinn hat. Jetzt gibt es auch Möglichkeiten, wie selbst dieser spirituelle Sinn erschüttert werden kann. Und auch das ist wiederum, wenn man Spiritualität eng fasst. Z.B. angenommen, ihr bringt all euren spirituellen Sinn in einen einzigen Meister. Ihr seid überzeugt, der Meister ist vollkommen. „Durch seine Gnade alleine komme ich zur höchsten Vollkommenheit.“ Und insbesondere wenn er noch lebt, habt ihr ein Problem. Wann nämlich? Wenn der sich als nicht ganz so vollkommen herausstellt, wie man ihn vielleicht gemacht hat. Passiert gar nicht so selten. Weshalb zum einen in den alten Schriften, dort gilt, man muss darauf achten, erfüllt ein Meister, der sich vollkommen nennt, wirklich alle Kriterien der Vollkommenheit? Deshalb gibt Krishna in der Bhagavad Gita so viele Kennzeichen eines Vollkommenen. Das ist ein Aspekt. Und dann kann man sagen, dann gibt es Meister, die so vollkommen sind, da kann man wirklich das Vertrauen hineinsetzen und es wird nicht erschüttert. Aber es ist gar nicht so selten in den letzten Jahrzehnten, zwanzig, dreißig Jahren, dass Meister, die als vollkommen dort bezeichnet wurden, doch sehr menschliche Schwächen hatten. Und relativ häufig hatten sie sich selbst gar nicht als so vollkommen angesehen, sondern waren im Gegenteil in ihren Vorträgen recht bescheiden, nur ihre Schüler haben sie hoffnungslos in den Himmel gehoben. Und so sollte man diesen spirituellen Sinn nicht beschränken nur auf einen einzigen Menschen. Ihr dürft mich nicht falsch verstehen. Ich hatte vorher gesagt, zu einem spirituellen Lehrer sich zu richten, ist eine gute Sache, um Rat zu bitten. Im Rahmen der Jaya-Ganesha-Erklärungen habe ich ja von der Warte vieles erzählt. Das ist eine Weise, wie der spirituelle Sinn von Menschen erschüttert werden kann. Aber es ist auch, weil man ihn beschränkt hat auf einen konkreten Menschen. Eine zweite Weise ist auch, wenn man den spirituellen Sinn mit zu vielen Vorurteilen beschränkt, wie er zu sein hat, wie die eigene Entwicklung zu sein hat, wie man selbst zu sein hat. Oder z.B., dass man nie krank werden darf usw. Also, wenn man ihn so beschränkt, dann werden letztlich die Krisen kommen, die zu einer Sinnkrise führen, und selbst eine Sinnkrise ist letztlich etwas Positives. Eine Sinnkrise kann einem helfen, einen zu eng gefassten Sinn weiter zu fassen. Und von daher haben selbst Sinnkrisen ihren Sinn, wenn man sie von einem höheren Sinn aus sieht. Jetzt habe ich zwar sicherlich einen Kantschen Zirkelschluss gemacht, kein philosophisch korrektes Argument, aber ich meine, ein psychologisch korrektes Argument und eines, was vom Spirituellen her man so sehen kann und was sicher auch von Viktor Frankl eben so auch gesehen wurde, wo er sagte, die einzigen wirklichen Krisen im Menschen sind Sinnkrisen und die Sinnkrisen haben den Sinn, dass der Mensch sich zu einem umfassenderen, einem höheren Sinn öffnen kann. Und wenn wir das so sehen und einen Sinn in einer Sinnkrise sehen, dass wir die Art, wie wir Sinn definieren, erweitern, vielleicht, da ich ja jetzt annehme, ihr seid hier zu einem spirituellen Vortrag gekommen, weil ihr selbst mindestens spirituell Suchende seid. Wenn man als spirituell Suchender eine Sinnkrise hat, gilt es, den spirituellen Sinn weiter zu fassen. Vielleicht habt ihr ihn irgendwo zu eng gesehen. Und wenn die Krise keine Sinnkrise ist, dann könnt ihr über spirituellem Sinn dieser Krise den Sinn geben und dann ist Krise das, was als Wandlung bezeichnet wird, als Neuerung, als Öffnung für einen neuen Schritt des Lebens, der persönlichen Entwicklung oder wir können sagen, zur Befreiung hin, um neue Kräfte und Fähigkeiten in sich zu entfalten, neue Erfahrungen zu machen und neue Weisen zu finden, anderen zu dienen.

Hari Om Tat Sat

– Ende –

Dieser Blog Eintrag ist natürlich nur als Inspiration gedacht. Um Yoga und insbesondere Raja Yoga richtig zu lernen, ist der Besuch in einer Yogaschule oder in einem Yoga Zentrum am besten geeignet.
Gerade die Yoga Vidya Zentren bieten viel Kurse in Yoga, Meditation, Ayurveda an, sowohl vom standpunkt der Gesundheit aus gesehen als auch für Persönlichkeit und Spiritualität.

 

In einer Partnerschaft zu leben, ist etwas, was Teil des spirituellen Weges ist

In einer Partnerschaft zu leben, ist etwas, was Teil des spirituellen Weges ist

Ich kann noch heute von meiner Mutter lernen und manchmal natürlich gebe ich ihr auch Hinweise. Sie hat ja auch irgendwo einiges von mir gelernt, hat mal Yoga gemacht und meditiert und ist vegetarisch geworden. Und so nimmt sie auch von mir die diversesten Ratschläge an. Also, es gilt, dort eine gewisse Losgelassenheit dort zu haben und manchmal eben auch gerade zu sehen, dass Menschen, die einem lieb sind, ins eigene Verderben kommen, ins eigene Leid. Man meint, man wüsste doch eigentlich, wie sie es besser machen könnten. Auch andere müssen ihre Erfahrungen machen und dazu gehört manchmal auch, dass sie ins eigene Verderben gehen. Dann haben sie es nicht falsch gemacht, man hat auch als Erzieher nicht versagt, sondern da hat sich eben ein menschliches Drama entwickelt und das gehört dazu. Und da ist dann auch wieder das Loslassen mit das Schwierigste, seine Liebsten auch da loszulassen. Nicht ganz loslassen, man kann auch schauen: „Kann man helfen? Wo kann man helfen?“ Aber nicht immer geht es. Also, mit dieser höheren Einstellung kann man sowohl den Alltag einen guten Sinn geben, man kann aber auch Schwierigkeiten und Krisen einen Sinn geben. Das Gleiche könnte man machen, Beziehungskrise oder Partnerkrise oder Partner stirbt, Partner verlässt einen. Bei all dem sind spirituelle Lektionen dabei. Eine Partnerschaft zu leben, ist etwas, was Teil des spirituellen Weges ist. Zusammen lernt man, auf manches muss man verzichten, wenn man mit einem Partner zusammen ist. Man lernt, loszulassen, man lernt auch, miteinander zu wachsen, dazu gehört auch Selbstbild, Fremdbild zu ändern, auch zu erkennen, auch Partner entwickelt sich, und nicht so, wie man am Anfang gehofft hat, dass er sich entwickelt. Das ist ja manchmal so ein Problem. Zwei Menschen treffen sich, dann gibt es erst eine Wahrnehmungsverschiebung. Das heißt, sie sehen doppelt so viel Ähnlichkeiten, wie sie haben. Und dann denkt man: „Zu achtzig Prozent ist es ok, die anderen zwanzig kriege ich noch hin.“ Und zwar die zwanzig vom anderen natürlich. „Der kommt noch irgendwo zu seiner Besinnung.“ Und dann nach einer Weile, es gibt irgendwelche Hormone, die sich dabei ja verändern. Irgendwo nach ein paar Jahren ändern die sich so ein bisschen, dann sieht man, man ist doch anders, als man denkt, und der Partner widersteht den Versuchen, ihn zu ändern. In all dem sind spirituelle Lektionen und daran können wir wachsen, daran kann man lernen. Man kann lernen, auch bestimmte Fähigkeiten und Kräfte zu entfalten. Manchmal muss Mann, vielleicht noch mehr Frau, sich auch durchsetzen und es vielleicht auf eine Weise machen, wie es auch gelingt. Idealerweise helfen Partner sich gegenseitig, ihre Fähigkeiten dort zu entfalten und einem Mut zu geben, den nächsten Schritt zu machen. Da bin ich z.B. meiner Frau immer dankbar. Wann immer ich irgendwo vor einem Schritt stehe und irgendwo vielleicht selbst ein bisschen denke: „Bin ich dazu bereit? Geht das überhaupt?“ Und dann ermutigt sie mich immer. Also, sie ist so eine, die mir immer die Kraft gibt, so den nächsten Schritt auch zu machen. Ich bin manchmal etwas weniger geschickt, sie dazu zu bringen, aber vermutlich auch mehr, als man so denkt. Also, wir ermutigen uns gegenseitig, durchaus unsere Fähigkeiten und Talente zu entwickeln und wirklich zu leben und dann, bei Zweifeln, dort irgendwo weiter voranzuschreiten. Eine Partnerschaft kann so sein, muss aber auch nicht sein. Es gibt auch Partnerschaften, die sind darin, dass ein Partner den anderen immer bremst. Das gibt es auch. Das heißt nicht, dass ihr deshalb euren Partner verlassen müsst, sondern da habt ihr eine zusätzliche Gelegenheit, eure Kräfte zu entfalten. Nämlich auch, durch die Widerstände eures Partners hindurchzugehen. Auch das ist eine Kraft. Auch dort gibt es die verschiedenen Erfahrungen, auch dort gibt es jemanden, dem man dienen kann, und vielleicht auch, wo man sich gegenseitig auch ermutigen kann, dort zu dienen und zu helfen. So wie mein Vater meine Mutter ermutigt hatte, sich im Elternbeirat und im Roten Kreuz und in anderen Vereinen zu engagieren und umgekehrt meine Mutter immer wieder meinen Vater irgendwo ermutigt hat, Spenden zu geben und sich für irgendwelche gemeinnützigen Zwecke einzusetzen. Die beiden haben sich dort immer gegenseitig unterstützt. Und sollte das nicht so sein, dass euer Partner euch in so was unterstützt, dann habt ihr sowohl die Möglichkeit, Kräfte zu entfalten, loszulassen, geschickt zu handeln, Erfahrungen zu machen, eure eigenen Vorstellungen zwischendurch mal loszulassen und dabei dennoch anderen zu dienen. Also ihr seht, diese Sinnkontexte können einem in allem helfen. Und es kann einem auch dann helfen, wenn irgendwann die Partnerschaft zu Ende ist, z.B. wenn einer stirbt. Man hört so oft, dass immer mehr Ehen geschieden werden. Was man weniger hört, mehr als die Hälfte der Ehen halten bis zum Tod eines Partners. Das ist in Deutschland auch weiter so. Aber spätestens dann ist dann einer allein. Gut, auch daran kann man dann weiter einen Sinn sehen. Ich gehe jetzt nicht durch alles durch, aber auch hier könnt ihr dort selbst noch mal schauen. Und so ist es mit Arbeit und auch Arbeitsplatzverlust. So ist es auch, wenn von innen heraus eine Sinnkrise kommt, ohne dass ein äußerer Anlass ist. Passiert ja auch. Ich habe es ja auch schon mehrmals erwähnt. Von innen heraus kommt plötzlich so ein Gefühl. Schwieriger wird es – hatte ich ja am Anfang auch gesagt, bevor ich jetzt noch mal in die Details gegangen bin – der Sinn selbst in die Krise kommt. Und der Sinn muss eigentlich zwangsläufig in die Krise kommen, wenn man einen Sinn im Leben hat, der beschränkt ist und durch äußere oder innere Ereignisse erschüttert werden kann.

– Fortsetzung folgt –

Dieser Blog Eintrag ist natürlich nur als Inspiration gedacht. Um Yoga und insbesondere Raja Yoga richtig zu lernen, ist der Besuch in einer Yogaschule oder in einem Yoga Zentrum am besten geeignet.
Gerade die Yoga Vidya Zentren bieten viel Kurse in Yoga, Meditation, Ayurveda an, sowohl vom standpunkt der Gesundheit aus gesehen als auch für Persönlichkeit und Spiritualität.